winterbalkon

kalte feuchtigkeit trifft warme haut. und der knall. berstendes glas. gefolgt von geschrei. es weckt. weckt mich. ich wache als schneeengel auf. öffne die tür. den herd. bemitleide den jungen mit der nun kaputten flasche sekt kurz. sehr kurz. warme luft durchfährt meine haare. backduft meine nase. ich esse auf dem weg. tanze nicht. warum auch. und zuguterletzt. kehre ich zurück. innerhalb einer sekunde. awesome.

zwanzig jahre.

gedanken suchen namen. namen zu bildern. bilder suchen erinnerungen in gedanken. wer bin ich. wer bist du. wer bist du geworden. und wer ich. es ist kindliche neugierde. die auf die alte angst vor neuem trifft. nervosität mit trockenen kehlen.
es ist das was wir niemals glauben wollten. nicht begreifen. das älter werden. das erinnern. es war uns so fremd. wie die angst. die langsam kommt. die fragen. die keine rolle spielten. verantwortung. sehnsucht. wärme. selbstverständliche sicherheiten. all das.
zeit trifft vergangenheit. vergangenheit wird jetzt. bilder werden zu namen. namen zu erinnerungen. erinnerungen zu gedanken. gedanken zu worten. zu fragen. über das jetzt. zu sätzen. über das damals.
wir verabschieden uns herzlich. und die vergangenheit wird warten. wieder.
danke an zwanzig jahre.

nennen wir es so.

in einer neulich. ganz neu. erhobenen sozialstudie. im klub des vertrauens. fanden wir es bestätigt. vielleicht nicht zu hundert prozent. aber doch deutlich über fünfzig.
niemals allein daheim. oder nennen wir es so. ich muss jetzt wirklich eine stunde nett zu dir sein.
doch beim näheren betrachten sieht man ganz schnell ein aufgesetztes interesse. zustimmendes nicken. und hihihi bei witzlosen phrasen. gemeinsamer abgang. zur bar.
wir stehen einfach daneben. strecken zeigefinger aus. bewerten. laben uns an der herrlichkeit des aufgesetzten scheins. und definieren die zielstellung.
wenn man sich dann nach einer stunde wiedertrifft. jegliche koordinativen fähigkeiten vorn an der bar gelassen hat. und das am ende wirklich so aussieht als ob man tanzt. dann. dann beginnt eine weitere phase. oder nennen wir es so. ich wär jetzt gern mit dir instabil.
etwas später noch. wir klopfen auf schultern. hören uns veralkohilisierte sätze über – ich muss dann mal los und so – an. gefolgt von einer pause. die wir nutzen um einen vortrag über safer sex zu halten. und noch schnell eine runde drinks zu ordern. ganz nebenbei ist deine. nennen wir es so. begleitung. schon mal die jacken holen. wir verabschieden uns männlich mit bruderkuss. wünschen eine halbwegs qualitative errektion. und widmen uns einem anderen problem. oder nennen wir es so. stille wasser sind tief. was an diesem abend mit seenot bewiesen wird.
und sowieso hängt alles im und am bart. nicht wahr?

frei. sein.


ganz still. ganz still ist es in dem moment. in dem gedanken worte, wünsche realität werden.
ich träume davon, dass wenn ich die musik ausschalte, es einfach still ist.

inception.

öffnende augen. raum. ort. zeit. alles in bewegung.
ich muss geschlafen haben. der geschmack der jungfrauenmilch in der kehle. vielleicht eine, zwei stunden. unterbewusst verschwommen weis ich wo ich bin. und nippe nochmal kurz vorm heimweg.

unausgesprochen.

so unheimlich unausgesprochen. unheimlich. weil man sich nicht traut. die falsche moral nein sagt. wenn deine lippen schweigen. wie zugenäht sind. vielleicht angst haben. vor den anderen lippen. vor der antwort. und der enttäuschung. vor mir.
wenn ich morgen aufwache. allein. ohne deine lippen. ohne dich. dann werde ich mich ohrfeigen. aufstehen um ein bad in melancholie zu nehmen. und schreiend durch den regen laufen. ich werde veränderung schwören. die später von fragen verprügelt und gedemütigt wird. bestens.
„ich würde so unheimlich gern mit dir einschlafen. aufwachen. ganz nah. jetzt.“
am morgen. als die sonne deine lippen küsst. deine welt bekanntschaft mit der realität macht. und du meine haut an deiner spürst. meine hand in deiner fühlst. dann. ja dann wirst du wissen. das es richtig war. es zu sagen.

ich tanze. nicht.

ihr wisst das nicht. nicht. das ich nicht tanze. oder sagen wir ich tanze nicht. selten. nicht heute.
auswärtsfahrt.
und es ist sehr lange her das ich fort war. in diese richtung. allein diese tatsache lässt mein herz bis zum hals schlagen. zu ungewiss ist die reise. und die menschen darin. noch. und nach zwei stunden stehen wir in der nähe des sees. das gefühl sich länger zu kennen. ich tanze nicht. und so. ich mag die musik. die sonne. den sand. den see. und ich mochte den burger. wirklich gern.
auswärtssieg. danke dafür.

verstand. herz. seele.

da sitzen sie nun. in deinem körper. und halten kriegsrat. tagein. tagaus.
„ich will dich zurück.“ verlangt das herz. und schlägt dabei wie wild.
„das geht nicht. niemals.“ entgegnet der verstand. sich seiner sicher. felsenfest überzeugt.
die seele schweigt. ohne entscheidung. ohne commitment. es fällt ihr schwer. wie immer. wenn der verstand und das herz kämpfen.
und so streiten die beiden. tagein. tagaus. schlaflose nächte. endlose tage. ohne ergebnis. ohne sinn.

ja. richtig. nein. falsch.

wenn du glaubst das richtige zu tun. ist das falsch? woher weiß man was richtig ist. was falsch.
„es ist das ja. an das man sich gewöhnt. und das nein. welches schockiert. und sprachlos macht.“
aber was ist falsch. ja oder nein. und was davon ist richtig. die frage steht im raum. brennt auf der haut wie sonnenbrand. vergeht mit der zeit. in der aus falsch richtig wird. und aus nein. ja.
fragen und entscheidungen auszusitzen ist so einfach. nicht in frage zu stellen. nicht zu antworten. nicht zu begründen.
ich gehe durch die strassen. hier und da geben sich richtig und falsch die hand. stellen fragen in fenstern. an türen. oder verbleiben auf der anderen strassenseite.
„es ist das nein. an das man sich gewöhnt. und das ja. welches überrascht. und lächeln auf lippen zaubert.“
statt richtig falsch zu liegen. und mal nein zu sagen. das ist normal. und richtig. darüber nachzudenken. und zu erkennen. das ist der punkt. ja.