chemie.

aus atomen werden moleküle.
aus molekülen werden synapsen.
aus synapsen werden gedanken.
aus gedanken werden bilder.
aus bildern werden emotionen.

und aus emotionen wird die unendlichkeit.

vierzig grad.

lässt luft über asphalt flimmern.
lässt tshirts an haut kleben.
lässt schweißperlen durch bärte rollen.

die sonne verschwand schon vor einiger zeit hinter dem horizont. einzeln steigen noch flugzeuge auf und ihre lichter verschwinden in der unendlichkeit des nachthimmels. leise rauschen autos die strassen hinab.  klappert die tram auf ihrem weg. klackklack. klacklack.

eine kühle brise wischt über den balkon. streift fenster. und verfängt sich im raum.

es ist sommer.

ich will.

ich sage es. ein. zwei mal. stille.

leise rauscht der verkehr durch die nacht. folgt die tram ihrem eigenem weg.
lichter verschwimmen. verschwinden in der entfernung.

ich frage es. ein. zwei mal. stille.

schnee verfängt sich an diesem wintermorgen in den rädern meines trolleys.
gefolgt vom einem knarzen unter meinen schuhen.

ich versuche zu verstehen. stille.

dieses mädchen.

süß. würde mann sagen. wirklich süß.
fordernd vorsichtig. oder. vorsichtig fordernd. ohne es zu wissen.
nach nähe suchend. ohne zu nah kommen zu wollen.
verspielt einen schritt nach vorn. und ängstlich zwei zurück. ohne es zu verstehen.
das alte ritual. von lippen. und händen. von mann und frau.
warme haut. in meinem bett. dieses mädchen.

herbstwärme.

der himmel ist eine sanfte mischung aus rot. weiß. und blau.
das rot der sonne hinter dem horizont. das weiß des nebels über den wipfeln der wälder. und das blau der unendlichkeit.
ich kann meinen atem sehen. wie er mir bei jedem tiefen zug zurück ins gesicht schlägt. die kälte sichtbar macht.
rot verdrängt das weiß. zeiger bewegen sich in uhren. straßen beginnen zu leben. die stadt füllt sich mit wärme.
rot breitet sich in der unendlichkeit des blaus aus. um schließlich heller und heller zu werden. und dem blau die farbe des tages gibt.
es ist herbstwärme.

inception.

öffnende augen. raum. ort. zeit. alles in bewegung.
ich muss geschlafen haben. der geschmack der jungfrauenmilch in der kehle. vielleicht eine, zwei stunden. unterbewusst verschwommen weis ich wo ich bin. und nippe nochmal kurz vorm heimweg.

ja sagen. nein meinen.

„ist es das was du willst?“
ich schaue in den lauf dieser frage. sehe deinen finger am abzug. zum herzrasen gesellt sich eine einzelne träne. sie läuft über die wange. durch den bart zum kinn. ich kann es spüren.
wieso ist es so einfach zu verletzen. und so schwer zu lieben. wieso ist es so einfach fragen zu stellen. und so schwer die richtige antwort zu geben.
„ja!“ sage ich. völlig verängstigt.

emotionales missverständnis.

ist es zwang nach verdammten ein zwei dates zu f*? ist es notwendig beim nach-party-knutschen hände in hosen zu stecken und zu f*? ist es das? ist das ziel nicht der morgen. und das gefühl nicht der orgasmus. das schäbig am morgen im raum liegt. und manchmal chaos zurück lässt.

verlassdiestadt
[image by to01]

du sehnst. b.“ erkennt herr bisaz. punkt.

woran du denkst.

woran denkst du wenn du so da liegst. in deinem bett. und dein loser blick die schatten deiner lieblingsserie fängt.
„woher weist du, dass das blau das du siehst, das blau ist welches ich sehe?“
die frage lässt mein herz rasen. denn sie zeigt meine hilflosigkeit. diese frage macht feuchte hände. so feucht, dass die antwort haltlos hinter dem bett verschwindet.
ich wehre mich kurz. schliesse die augen. denke an blau. mein blau. und schlafe ein.

bewerbungsgespräch.

rauchgeschwängerte luft trifft auf kleine leere becherchen auf der bar. öliges brennen in den kehlen der gäste. wie nett.
die nacht bewirbt sich in der geschichte. musik. die einladung zu diesem gespräch. die gäste bewerben sich in der nacht. jeder einzelne gast. mit seinem glas. seiner flasche. seinem leeren becherchen.
ich tanze nicht. was nicht bedeutet die künstler zu verachten. jedoch ist die musik nur der punkt im satz. der, der mit „ich hätte gern“ beginnt. und mit einem lächeln endet.
aber es geht auch anders. und das macht mich doch irgendwie froh. das gefühl, dass die gleichung „alkohol ins quadrat addiert mit musik welche zuvor mit lautstärke multipliziert wurde gleich der möglichkeit zu tanzen entspricht“ allgegenwärtig und normal ist wird hier zwar widerlegt. aber gleichzeitig irgendwie bewiesen.
wenn man ehrlich ist. die letzte party. die ohne drinks. wie war die. wann hat das mit tanzen und musik einfach so funktioniert. ich lüge nicht wenn ich behaupte, teil der gleichung zu sein. bewusst. ohne es zu lösen.
ich bewerbe mich nicht. ich hab nicht meinen besten anzug dabei. schaue von draussen auf das schauspiel. gebe heimlich punkte. und geniesse die freiheit. so bin ich teil der nacht. mein teil der nacht.
und sie wird es wieder schaffen. teil der geschichte zu sein. derer, in der das schlaue mädchen die gleichung verändert.
„musik ist die möglichkeit zu tanzen“.