fernweh

raus. einfach raus. lange auf der autobahn. im zug. nur raus aus dieser stadt. weg von den immer gleichen fassaden. den gleichen menschen. gleichen gesichtern. manchmal ist es soweit. die eigene wohnung. langweilig. die bars. langweilig. die leute. immer die selben. wie die gespräche. raus. neues sehen. erleben. hören. riechen. raus aus dem alltag. weg vom büro. der tristess. rein in die immunität der großstadt. viele haben nach kurzer zeit heimweh. so wie ich. ich mag das vertraute. aber auch das neue. ich mag große städte. auf zeit. die zeit ist gekommen. ich muss bald wieder raus. für zwei drei tage.

held(in)en

du und ich. er und sie. mit ganzkörperleggins oder schwarz mit flügeln. mama und papa. wer sind sie? diese helden? sind es ikonen der medien? gehyped bis zum suizid. sind es die stillen typen von nebenan, die niemand kennt? bist du es selbst? omg. weitere fragen, die die es zu beantworten gilt. wir sind es alle. fast alle jedenfalls. helden des alltags. wir leben. wir lieben. wir teilen. wir hören zu. wir spenden trost. wir geben geborgenheit. wir sind da. für dich. wir. wir sind helden.

lange

so lang wie der speichelfaden eines marathonläufers. so lang wie polarnächte. so lang wie der stau am wochenende. so lang wie die beine claudia schiffers. so lang wie der nil. so lang. oder noch viel länger dauern die tage die einfach nicht rumgehen. schon zum hundertsten mal die emails gechecked. schon spiegel artikel auswendig gelernt. youtube’s freund ist man auch. schon lang hat niemand mehr angrufen. schon lang wartet man auf den abend. jede minute wird zur stunde. jede stunde wird zur unendlichkeit. ich will heim.

heizkörperentlüfter

du trägst ständig kopfhörer. du heizt nicht. du bist dekandent und hast einen kamin. du lebst bei mutti. oder ganz einfach. du hast keinen heizkörper. du verzweifelst am rauschen jenes welchen. es treibt dich zu kurzwärmeinlagen. regelungsspielchen. gefolgt von kurzer ignoranz. dann kälte. thermostatrubbeln. auf und zu. immer und immer wieder. bis der punkt gefunden ist, an dem  es nicht rauscht. jedenfalls für die nächste minute. die solltest du nutzen um, du ahnst es, deinen heizkörperentlüfter zu suchen. tu es. tu es.

ohne worte

ständig leuten auf den sack gehen. hinterherlaufen. nein. nicht. niemehr. ihr kriegt die quittung. ohne steuer. ihr vergesser. verdränger. nächstenliebe ist ein fremdwort für euch. für uns jetzt auch. wir gutmenschen. lieb-haber. treu doofe freunde. wir werden euch nicht daran erinnern, dass wir geburtstag hatten. oder das susi schwanger ist. und ihr doch was dazugeben wolltet. wir werden still unsere bücher aus euren regalen nehmen. ihr habt sie eh nie gelesen. unsere tupperware aus euren küchen stehlen. eure kühlschränke plündern. ja. das werden wir. und wir werden euch trotzdem mögen. die ganze zeit.

netz weg

netz weg. dunkel im browser. das halbe leben zerstört. von vier zahlen. wtf. hilflos suchend nach einem hotspot. wild hackend probieren wpa keys zu erraten. bringt alles nix. auf in die bar deines vertrauens. gedemütigt von nem dings namens router. das schwein. der lacht sich eins und ich. ich geh ja schon.

hunger

ich hab ihn. was ich nicht hab. einen koch. einen kellner. einen vorkoster. verdammt. wie schön war es doch bei mutti. ihr samtiger ruf zum mittag. rouladen mit klößen. danke mama. und jetzt. was jetzt. ich hab hunger. was hab ich immer noch nicht. lust mir was zu kochen. gar der weg zum heimischen dönerladen ist zu viel. kampf der giganten. hunger versus unlust. und wie immer steht das ende schon fest. ganz amerikanisch. hunger siegt. jedoch unterliegt er kurze zeit später dem völlegefühl namens mcdonalds. danke selbsterhaltungstrieb. ich hab dich lieb.

melancholie der einsamkeit

einsamkeit ist irgendwie melancholisch. aber warum ist das so. selbstversuch. bleibe tagelang allein. kein kontakt nach aussen. abgesehen vom trockenen hallo zur kassiererin im aldi. sprich und chatte kaum. du wirst es spüren. du willst raus. du musst. interaktion. kommunikation. warum ist das so. die frage stell ich mir glaub schon zwei jahre. sollte mein erstes grosses buch werden. länge. ein satz. fail. wahrscheinlich werde ich noch zwanzig dran hängen müssen. zudem ein grosser philosoph und denker werden.
und endlich selbst aus dem schlamassel rauskommen.

müde

lange nächte, kurze tage. dumm das die dann mit arbeit gefüllt werden. mein mund gleicht dem eines t-rex. aufgerissen bis zum mundwinkeleinriss. die augen sind verklebt. hab ich im honig geschlafen? und kopfweh ist die böse katze der nacht. scheisse, ich bin müde. jede minute ausserhalb eines bettes gleicht den stunden der letzten nacht. stupide geräusche der klimaanlage lassen einen fast durchdrehen. irgendwie wirds mann oder frau schon über den tag schaffen. brotzeit am abend. und dann wieder hinaus in die nacht. das übel des tages vergessen und den lüsten der dunkelheit hingeben. bars und drinks. mein schlafzimmer. einen tokio-ice-tea bitte.

aussitzen

junge. endlich. ausgesessen. nach abstinenz und frust sollte es doch gestern soweit sein. ich im geld. beim pokern. es gab wohl nicht wenige die es mir gegönnt haben. trotzdem verlief der abend mit höhen und tiefen. mit fehlentscheidungen und glückstreffern. und dann war es soweit. die gewinnzone erreicht. die erleichterung herausgeschrieen, musste ich dann doch die runde später vom tisch. egal. der heimweg war diesmal fast frei von selbstzweifeln und vorwürfen. schon gut gespielt. nur ein zwei mal versagten die nerven. der selbst auferlegte druck. war er zu hoch. nein. die jeans hats geschaft. aussitzen ist es. danke.